Bauweise:
Die Kapelle ist ein einfacher rechteckiger Bau in weißem Rauputz. Sie hat 17 Quadratmeter Grundfläche, eine Außenlänge von ca. 4,20 m und ca. 3,95 m Breite. Das Dach, ein Satteldach, ist mit Naturschiefer gedeckt und hat 38° Neigung sowie 2,40 m Trauf- und 4,00 m Firsthöhe. An der Westseite ist das Dach gekrönt von einem kleinen quadratischen und helmartigen Dachreiter mit Kreuz. Das witterungshalber östlich ge-legene Tor hat einen Rundbogen aus sichtbarer Grauwacke. Über dem Tor ist ein kleines Sandstein-Kreuz von einem ehemaligen Friedhofskreuz eingemauert.
Der Innenraum ist in weißem Putz gehalten. Die Dachkonstruktion ist sichtbar und be-steht aus Fichte mit Firstfette, Sparren und Profilbretter-Schalung. Der Fußboden ist größtenteils der vorgefundene alte Belag aus rauhen, unregelmäßigen rechteckigen und fossilienhaltigen Steinplatten. In der Sandstein-Türschwelle ist noch das rechteckige Riegel-Loch der alten Tür zu sehen.

Baugeschichte:
Aus der Geschichte heraus ist nicht mehr festzustellen, wann die Kapelle gebaut wurde. Im Dorf wird vermutet, dass sie bald nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) von den Einwohnern mit vorgefundenen römischen Baumaterial aus Dankbarkeit für das Überleben von Not, Elend und Bedrängnis dieses furchtbaren Krieges errichtet wurde. Eine Über-lieferung hierfür gibt es aber leider nicht.
Den ersten Nachweis für die Kapelle gibt es in der
Tranchot-Müffling-Karte, aufgenommen 1809, ein weiterer in der ersten preußischen Kartenvermessung vom April 1827. Zu der Zeit gehörte die Kapelle einer Familie aus dem Dorf.
Nachgewiesen ist sie auch bei der Vermessung 1886 des gegenüber liegenden Feldes der Familie Bernhard Blaeser (Haus "Bläddisch") aus Büdesheim und Johann Kraemer (Haus Stumps) aus Oos. Auch in der
Topographischen Kartenaufnahme der Jahre 1893 bis 1914 ist sie eingetragen. Anscheinend ist sie später durch lange wirtschaftliche Not verfallen.
1992 wurden die Mauerreste gesucht und von freiwilligen Handwerkern aus dem Dorf mit Geld- und Sachspenden im alten Grundriss wieder aufgebaut. Es gelang der Gemeinde, durch Grundstückstausch Eigentümer der Fläche zu werden. An Fronleichnam, dem 10. Juni 1993, war mit einem großen Fest die feierliche Neueinweihung durch Pfarrer Paul Koniechzny unter Mitwirkung aller Vereine und Einwohner.
Geweiht wurde sie jetzt der
Gottesmutter Maria; sie soll aber auch zum Gedenken an die Gefallenen und Getöteten der Kriege aus der Gemeinde sein.

Ausstattung:
An der Westseite steht der kleine aus Grauwacke gemauerte Altar, darauf die 1,47 m hohe Figur der Muttergottes mit Rosenkreuz. An den Wänden befinden sich mehrere Danktafeln für geleistete Hilfe und Tafeln der St. Matthias- und der St. Peter-Pilger. Im Dach-reiter hängt eine kleine Glocke mit Seilzug.

Seit der Neuerrichtung ist die Kapelle Station der jährlichen Pilgergruppen aus dem Raum Bergheim - Mönchengladbach geworden, die nachweislich seit mehr als 150 Jahren auf ihrer Wallfahrt nach Trier zum Apostelgrab des hl. St. Matthias hier Station machten.
Den Dorfbewohnern dient sie als Stätte der stillen Andacht und Besinnung. Betreut über viele Jahre wurde die Kapelle von Frau Lydia Schreiber geb. Bingen, die im Juni 2002 leider verstarb. Ihre Tochter Sabine übernahm nach ihrem Tod, bis zur Vereinsgründung im Jahr 2007, die Betreuung des Heiligenhäuschen.

Quelle: "Rund um die Kirche im Dorf - Kirchen und Kapellen der Westeifel", Geschichtsverein Prümer Land, Bd. 50, Verfasser: Peter Rabsahl

Lage:
Das sogenannte "Hellijenheisjen" steht auf einem Hang südwestlich des Ortes oberhalb der in Richtung Weißenseifen führenden Pilgerstraße bei 520 m über NN. Schützend, malerisch und mächtig steht neben ihr eine Linde. Von hier aus hat man eine schöne Aussicht weit über den Ort und das Tal.

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