Die Kapelle

Droben stehet die Kapelle,
Schauet still ins Tal hinab.
Drunten singt bei Wies' und Quelle
Froh und hell der Hirtenknab'.
Traurig tönt das Glöcklein nieder,
Schauerlich der Leichenchor,
Stille sind die frohen Lieder,
Und der Knabe lauscht empor.
Droben bringt man sie zu Grabe,
Die sich freuten in dem Tal.
Hirtenknabe, Hirtenknabe!
Dir auch singt man dort einmal.

Ludwig Uhland (1805)
Dieses Gedicht entstand im Rahmen eines schwäbischen Dichterwettstreits zur
Wurmlinger Kapelle

Das Kapellchen

Hoch oben über Büdesheim,
im Schutze einer mächt´gen Linde,
steht ein Kapellchen ganz allein,
trotzt einsam Regen, Schnee und Winde.

Ihr Glöckchen ruft mit hellem Klang,
eilt hoch zu mir in großer Zahl,
stimmt ein mit in den Lobgesang,
ihr Leute unten aus dem Tal.

Seid willkommen, tretet ein,
für ein inniges Gebet,
Maria wird Euch Hilfe sein,
auf Eurem ganzen Lebensweg.

Udo Schikora (2007)